Famulaturbericht 2016

Nach intensiver Planung und vorrausschauenden Vorbereitungen für die drei Wochen Aufenthalt in Myanmar begann unsere Reise am 3. September 2016 in ein asiatisches Land, welches verhältnismäßig noch relativ unberührt von der westlichen Welt ist.
Von Düsseldorf über Dubai landeten wir 20 Stunden später in Yangon  welche die ehemalige Hauptstadt Myanmars.

Am Flughafen wurden wir von zwei jungen Zahnärztinnen, welche zum Team von Dr. Khin Maung gehörten, in Empfang genommen. Durch einer kurzen Besichtigung der Stadt, mit der Hauptattraktion der Shwedagon Pagode und einheimischen Essen kamen wir langsam mit der burmesischen Kultur und den Leuten in Kontakt.

Mit dem Nachtbus ging es weiter nach Naypyidaw, welche seit 2006 die burmesische Hauptstadt darstellt. Die Stadt wirkt sehr geordnet jedoch auch nahezu „geisterhaft“ was unteranderem daran liegt, dass sie in Distrikte aufgeteilt ist und sich Teils 10 spurige Straßen über Kilometer ziehen ohne dass man auch nur einen anderen Menschen antrifft.
Die kommenden Tage waren zweigteilt.
Wir halfen den Ärzten in der Klinik, assistierten und hatten Einblicke zu alternativen Herangehensweisen und wie man auch ohne die neuste Technik einen Patienten behandeln kann und schmerzfrei bekommt.
In der anderen Hälfte des Tages fuhren wir mit einem Bus raus aus der Stadt zu verschiedenen Schulen. Hier angekommen, versorgten wir die Schüler mit Zahnbürsten und Pasten und lernten ihnen, sich richtig die Zähne zu putzen. Anschließend wurde jedes Kind kurz untersucht, um festzustellen ob Behandlungsbedarf besteht und falls nötig therapiert.

Am Ende der Woche ging es für uns und ein paar der anderen Zahnärzte der Klinik zum „ Social Treatment“. Dabei geht es darum Menschen die sonst nicht die Möglichkeit haben einen Zahnarzt aufzusuchen, sei es wegen fehlender Infrastruktur oder mangelnder Zeit und Geld, zu behandeln.
Unser Ziel war der Inle Lake, genauer eine Art kleine Insel welche sich in der Mitte des Sees befindet und die Hpaung Daw U Pagode beherbergt. Wir wurden von einer weiteren Truppe Zahnärzten in Empfang genommen, welche uns die nächsten Tage nicht von der Seite weichten und uns die Kultur, die Praktiken, das Essen und die Umgebung zeigten.

Danach ging es für uns zurück nach Naypyidaw, wo wir erneut Schulen besuchten und auch die Ehre hatten Dr. Khin Maung bei diversen Operationen über die Schulter schauen zu dürfen und Ihm zu assistieren. Die Techniken mögen einem MKG-Chirurgen hier in Deutschland veraltet vorkommen aber sie funktionieren.

Am folgenden Wochenende wurden wir von Dr. Khin Maung in seine Heimatstadt und in das Haus seiner Eltern eingeladen. Die Gastfreundlichkeit und die Art und Weise wie wir von seiner Familie aber auch von all den anderen Burmesen, welche wir im Laufe unserer Reise begegnet sind, aufgenommen wurden, wird uns auf ewig in Erinnerung bleiben.

Nach einer herzlichen Verabschiedung von Dr. Kingh Mao und seinem Team,
machten wir uns mit dem Bus auf die Reise nach Bagan. Freundlicherweise
sicherte uns Dr Kingh Mao auch weiterhin seine Unterstützung zu und stellte
seine Mitarbeiterin Dr. May Thae von der Arbeit frei, um uns zu begleiten
und gegebenenfalls bei der Verständigung zu unterstützen.
Bagan ist eine wunderschöne historische Königsstadt, welche über hunderte
von Tempeln und Stupas beherbergt.
In Bagan wurden wir in einem, von der Myanmar foundation zur Verfügung gestellten,  Haus untergebrach und von den Mitarbeitern herzlich in Empfang genommen. Hier durften wir mit einem herrlichen Blick auf den Fluss Irrawaddy den Tag ausklingen lassen.
Nachdem wir also am Haus angekommen  und eingewiesen waren, machten wir uns noch gleich am ersten Tag an die Planung für den weiteren Verlauf des Projektes, suchten die Schulen
aus und planten die Wege dorthin. Während man manche Schulen recht einfach
mit dem Roller erreichen konnte, machten uns andere Schulen durch
ihre recht schwere Erreichbarkeit etwas mehr Probleme. Durch den
heftigen Regen waren die Straßen so sehr aufgeweicht und verwüstet, dass
nur noch ein befahren mit einem all-Rad angetriebenen Jeep möglich war.
In diesen eher schwer zu erreichenden Gegenden macht sich auch ein deutlich
sichtbarer Kontrast zwischen den Lebensumständen der Stadt- und der ländlichen Bevölkerung
bemerkbar, welcher sich auch in der Mundgesundheit wiederspiegelte.
Insgesamt fuhren wir hier noch einmal zu vielen  Schulen, auf denen zum Teil mehr als 1000 Schüler waren.
Nach jedem Schulbesuch hinterließen wir auch immer noch eine kleine Schenkung in Form von
Zahnbürsten und Zahnpasta an die Schulleiter damit diese die Zahnbürsten über das Jahr verteilt an die Kinder weiter geben können.

Myanmar wird uns mit seinen aufgeschlossen, stets freundlich und zuvorkommenden Menschen für immer positiv in Erinnerung bleiben. Durch die Reise durften wir die Erfahrung machen, tief in das pulsierende Leben Myanmars einzutauchen, die dort lebenden Menschen und Kultur kennen zu lernen und freuten uns sehr, hier sinnvolle Unterstützung und Hilfsarbeit  zu leisten.

Zum Schluss möchten wir uns noch einmal sehr herzlich bei allen Sponsoren bedanken, denn ohne sie wäre dieses Projekt in dieser Form niemals möglich gewesen.
Vielen Dank !